Ulrike Nikolai

Schreiben – das ist für mich eine innere Auseinandersetzung mit den Erscheinungen der Welt.

Schon sehr früh war es mir ein Bedürfnis, Erlebtes zu Papier zu bringen. Die ersten anarchischen Versuche, an die ich mich erinnern kann, sind Gesprächsmitschnitte von Spielszenen, die zwischen meinem Bruder und mir im Kinderzimmer stattfanden. Zum Leidwesen meines jüngeren Bruders, den das manchmal genervt hat. Mein Vater kaufte gern Kladden auf Vorrat, die in einem alten Kleiderschrank in der Abstellkammer gestapelt lagen. Diese hatten eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf mich. Waren sie noch leer, so betrachtete ich sie wie ein Heiligtum, das sich nach und nach füllen sollte. Womit, fand ich selbst erst beim Schreiben heraus. Leider sind diese ersten Zeugnisse meines Schreibens im Strom meines Lebens ertrunken.

Dieses frühe Bedürfnis, Erlebtes oder Beobachtetes in eine eigene Sprachform zu gießen, treibt mich auch heute noch zum Schreiben an.

Ich betrachte es als ein großes Geschenk, das ich meiner Leidenschaft heute dank der Erfindung des Internets Ausdruck geben kann.

Mein Profil – in ein markantes Motto gefasst:

Breit gefächert – aber zugleich mit Tiefgang

und

Schreibender Freigeist

Wie schreibe ich?

Spontan, beim Schreiben mich entfaltend, Erlebtes in Strukturen und Formen gießend, immer wieder anders.

Beim Schreiben liebe ich das Aufzeigen von tieferen Zusammenhängen mehr als das scharfe Trennen. Das Getrennte ist für mich der vielfältige Ausdruck des EINEN, das in der materiellen Welt in jeder Form seine Berechtigung hat.

Vor dem öffentlichen Schreiben war ich 34 Jahre lang Grundschullehrerin mit Leidenschaft. Seit  2013 befinde ich mich im sogenannten Ruhestand.

Ich wohne im Kreis Lippe in NRW und bin verheiratet.

Meine Internetpräsenzen:

https://kurzgeschichtenliebe.blogspot.com

https://kugel-rike.blogspot.com

https://zeitspurenentdecker.blogspot.com/

Telegram:

https://t.me/ulis-fotos-22

Meine bisher erschienenen Bücher:


Schwellenmagie am Gestade des Lichts

“Hier” und “dort” – ewig verbunden wie die zwei Seiten einer Münze … der Übergang ist nur eine Wende und weiter geht’s. Leserstimmen: SCHWELLENMAGIE, dieses Wort macht Gänsehaut. Ich hatte nach dem Lesen so ein Gefühl, als säße ich an der Schnittstelle. Als ob alle Fäden zusammenlaufen, keuchend, atmend, nach Luft schnappend … (S. W.) Ich finde kaum Worte, aber ich spüre, wie gut mir diese Geschichten tun. (E. G.-W.) Dieses Buch will ich bei mir haben, denn es ist so groß und tief, mit einmal lesen niemals zu fassen. Es ist ein Geschenk für jeden Menschen, dem es in die Hände fällt. (B. B.)

ISBN 978-3-7108-3237-6

Leseprobe

Der Wechsel meines Vaters von der körperlichen in die geistige Welt war umrahmt von vielen magischen Momenten. Ich führte 11 Jahre nach seinem Sterben in diesem Buch ein langes Gespräch mit ihm, um davon zu erzählen, wie ich unseren inneren Kontakt erlebte. Seitdem ist es für mich eine unumstößliche Wahrheit, dass wir niemals von den Menschen getrennt sind, die vor uns aus dem irdischen Leben gehen.

„Du hattest beschlossen, das Segel zu setzen, Dich in neue Gewässer zu begeben. Ich begriff es noch nicht, ahnte noch nicht, dass ich mich im Zeitlichen mit Dir gerade in dem Moment für noch ein einziges Mal verabredete, als Du auch meine Hände ergriffst und mir nur zulächeltest. Ohne Worte bautest Du eine Brücke zu mir, die natürlich schon immer bestand, in diesem Moment aber leicht und transparent wurde. Sie kündigte von einer Verabredung im Himmel, der ich mich noch nicht zuwenden konnte, weil sich meine körperliche Traurigkeit in einen Tränensee verwandelte. Er schnürte mir den Hals zu. Ich wollte das Ventil nicht öffnen. Nicht vor Dir. Wir verließen traurig Dein Zimmer und betraten die Schleuse zwischen Intensivstation und Flur, die sich am Ende der Station automatisch öffnete. Du warst dieses Mal noch nicht dabei … aber beim Verlassen der Schleuse durfte mein Tränensee mit mir ins Fließen kommen.“

Aus: Schwellenmagie am Gestade des Licht


AM ENDE Frieden
Fünf Frauen erzählen über das Leben und das Sterben ihrer Mutter

ANTHOLOGIE (28.08.2023 ISBN-10 3757582993

Fünf schreibverbundene Autorinnen (Margit Thürauf, Ulrike Nikolai, Irene Hülsermann, Anne Michel und Anneliese Naser) erzählen über das Leben und das Sterben der eigenen Mutter und wie sie Frieden damit gefunden haben.

Eine Buchbeschreibung und Hörproben bei Youtube. Unbedingt lesenswert ist auch die gesamte Entstehungsgeschichte dieses Buches hier auf dieser schreibverbunden-Seite.


Das Herz geht uns auf bei schönen Begegnungen. Wir spüren diese belebende Energie, wir beginnen, mit dem Gegenüber etwas Neues zu „weben“, das – weil so besonders – sich für immer in unseren Lebensteppich einprägt. Es wird ein unvergesslicher Teil von uns. Begegnungen sind nicht nur möglich zwischen Mensch und Mensch. In diesem Büchlein sind auch Begegnungen zwischen Mensch und Tier oder Mensch und Pflanze zu finden. Und sogar zwischen Autorin und LeserIn, zwischen Herz und Herz. Ein Büchlein zum Selberlesen und Verschenken.

ISBN 978-3-7108-0838-8

Leseprobe

Auch Lyrisches kommt in meinen Werken vor:  

Eine kleine meditative Begegnung zwischen Dir und mir:

Der SINN liegt nicht in mir, nicht in Dir.
Der SINN liegt zwischen uns.  
Er ist ein unsichtbares Weben, das schon immer war
und das in diesem Moment hineintaucht in die ZEIT.  
Er hat sich in – spiriert, hineingeatmet in unsere getrennte Materie.  
Hier webt er sich fort, farbig und neu.
Ein neuer Webteppich entsteht.
Er nimmt Gestalt an.  
Hier wie dort und zwischen uns.  
Plötzlich ist er nicht mehr nur eine Möglichkeit in einem unsichtbaren Feld.
Er ist Wirk-LICHT-keit geworden.
Der SINN ist erfühlbar.  
Wie lange er in unserer Zeit-LICHT-keit bleibt, werden wir er-LEBEN.
Worin er sich manifestiert, werden wir er-FAHREN.  
Fahren braucht ZEIT und RAUM.
Es braucht ein FAHR-zeug, das wir sind.  
Hier wie dort und zwischen uns.
Der Webstuhl arbeitet.
Das Schiffchen fährt … hin – her – hin – her …  
Muster entstehen zwischen den Fäden,
die gespannt wurden und aus dem Faden, den wir hin- und herschießen.  
Von hier nach dort, von dort nach hier, zwischen uns.
Wenn Du webst, wie auch ich webe, dann entsteht – SINN.
Nicht hier, nicht dort, zwischen uns.
In diesem Weben ist der SINN.
Wir atmen SINN.
Die Suche nach SINN ist beendet.  
Die Frage nach SINN beantwortet sich von selbst:
SINN IST.  
Wenn Du nun glaubst, gemeint zu sein, dann bist Du gemeint.  
Denn in unseren Herzen schlägt derselbe Rhythmus, der in Worte gewebt wird.  
Fühle das einzig-ART-ige Muster!  
Der SINN liegt nicht in mir, nicht in Dir.
Der SINN liegt zwischen uns.  

Epilog – SINNspiration aus: Die schöne Begegnung


Wenn wir einen geliebten Menschen verloren haben, versinken wir in tiefer Trauer. Manchmal begegnen uns dann kleine Zeichen, die uns – vielleicht auf nur uns bekannte Weise – mit dem Verstorbenen verbinden und uns trösten. Damit richtet sich dieses Buch nicht nur an Leser und Leserinnen, die sich gern über außergewöhnliche Zufälle wundern, sondern auch an jene, die einem anderen Menschen, der gerade trauert, einen kleinen Trost schenken möchten.
ISBN 978-3-7108-0393-2

Leseprobe

In der folgenden Leseprobe spreche ich von meinem Elternhaus, das ich nach dem Tod meiner Eltern ausräume:

Hätte doch dieses alte Haus nicht so einen unangenehmen Geruch, der allem anhaftet, was ich hier vorfinde. – Das war ein Gedanke, der mich jedes Mal beim Räumen befiel. Aber auch der, dass es doch eigentlich gut so sei, denn so kam ich gar nicht in die Versuchung, allzu viel mitzunehmen. Bei diesem Schächtelchen aber war klar: Das musste mit! Es stellte für mich eine tiefe und liebevolle Verbindung zu meinem Vater dar. So legte ich die Schachtel in einen dafür bereitgestellten Umzugskarton, wo viele persönliche Dinge aus meinem Elternhaus landeten, die bei mir zuhause noch einmal gesichtet werden wollten. Das tat ich dann aber lieber an frischer Luft und bei schönem Sommerwetter auf der Terrasse. So hatte ich es vor. Ich kramte weiter im Elternhaus. Bei dieser ganzen Räumerei, die sich über viele Tage hinzog, gönnte ich mir abends immer ein kleines Bonbon. Das bestand etwa aus dem Lesen eines Briefes, den ich auffällig fand, aus dem Schmökern in einem alten Kinderbuch von mir, das ich schon völlig vergessen hatte oder aus dem Betrachten von uralten Fotos, deren Existenz mir nicht einmal bekannt war. So nahm ich mir nach solch einem anstrengenden Räumtag zuhause auch die Küsse-Schachtel quasi als Abendbonbon vor und zog neugierig den Inhalt hervor. Was hatte ich derzeit meinem Vater eigentlich mitgebracht?
Diese Kussgeschichte hatte ich nicht vergessen, aber was steckte sonst noch darin? Da war ein Briefumschlag mit der Aufschrift „Für Deine Küsse-Schachtel“, darin ein paar nette Worte, mit denen ich meinen Vater aufmuntern wollte. Ich war erfreut, denn er schien alles sorgfältig aufgehoben zu haben. Meine Mitbringsel waren ihm also wichtig gewesen.   Zum Schluss entdeckte ich noch eine Postkarte. Ihre Vorderseite zeigte einen Fußabdruck im Sand. Daneben war zu lesen: „Anfang. Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ERSTEN SCHRITT!“ Auf der Rückseite der Karte hatte ich ein paar aufbauende Worte für meinen Vater geschrieben, an die ich mich nicht mehr erinnern konnte. Und obwohl meine Unterschrift die Zartheit eines lichten Flatterwesens ausdrückte, traf mich die damit verbundene Erkenntnis mit der ganzen Macht eines Schlegels, der auf eine Pauke donnert.   Was hatte mich damals nur dazu bewogen, mit diesem Namen zu unterschreiben:  

DEIN ZITRONENFALTER    

Aus: Engel.PERLEN.Magie
Auszug aus der Geschichte „Der Zitronenfalter“


Kindermund, Komik, Koinzidenz. Es sind diese drei „K“, die die 12 Kurzgeschichten dieses Büchleins verbinden. Sie wurzeln alle in dem Lebensbereich, den die meisten Menschen kennen, weil sie selbst einen großen Teil ihres Lebens dort verbracht haben – in der Schule. In jeder der erzählten Anekdoten geht es um Kommunikation, deren Inhalt auf Missverständnissen, kindlichen Erkenntnissen und Verhaltensweisen, Situationskomik und Zufällen beruht. Wer hätte gedacht, dass Schule so lustig sein kann?

Leseprobe

Gerade habe ich die Zeugnisse mit ein paar persönlichen Worten an jedes Kind ausgegeben. Die Kinder studieren eifrig, was ich ihnen geschrieben habe, da tickt mich Nadine an, die links von mir sitzt. Sie ist unser jüngstes Küken. „Du, Frau Nikolai“, sagt sie ganz empört, „muss ich denn dünner werden?“ „Wie kommst du denn darauf?“, frage ich erstaunt. Woraufhin sie sagt: „Kuckma hier, da steht doch NADINE NIMMT AB.“ Ich schaue auf die Stelle in ihrem Zeugnis, auf die ihr kleiner Finger zeigt. Tatsächlich!
Dort steht: Nadine nimmt ab dem 1. August 2007 am Unterricht der Klasse 2 teil. Ich schlage mir vor die Stirn, fange laut an zu lachen, alle schauen verdutzt zu mir. „Das ist der beste Witz des ganzen Schuljahres“, sage ich, „hört mal, was Nadine gerade gelesen hat: Nadine nimmt ab. Guckt doch mal in eurem eigenen Zeugnis, was da wirklich steht!“

Manche begreifen sofort und lachen laut mit, andere brauchen noch eine Weile.   Da mischt sich Lena, Nadines große Freundin ein, die Nadine schon seit einem Jahr umsorgt wie eine Mutti ihr Kind. „Aber Nadine“, erklärt sie wie eine Erwachsene und legt fürsorglich den Arm um Nadines Schulter, „du musst doch den GANZEN Satz lesen.“ Dann liest sie Nadine den ganzen Satz vor. Erst jetzt begreift Nadine und bekommt selbst einen Lachanfall. Natürlich mussten alle Kinder abnehmen, um in die zweite Klasse zu kommen!  

Aus: Schule. ECHT. LUSTIG. 


Aktualisiert 27.11.2023